Diemut – Vorblick 4. Semester

Studienplan viertes Semester:

Das vierte Semester steht unter dem Stern der Kräuterheilpraxis. Während ich das Wintersemester intensiv dafür verwendet habe, mir theoretische Inhalte im Bereich Anatomie, anthroposophische Medizin und Volksheilkunden der Kräuter zu erarbeiten, geht es im Sommersemester um das Erleben der Heilmittel, der Kräuter. Hierfür habe ich mir einige langfristige und kurzfristige Praktika in der Kräuterheilkunde organisiert:

  • Von März bis August werde ich regelmäßig dem Kräuterbauern Luc Hurter in den Vogesen behilflich sein. Beim Wildkräuter sammeln, verarbeiten und Heilmittel herstellen. Luc Hurter betreibt seinen Kräuterhof in Soultzeren bei Munster seit 30 Jahren und beliefert den Colmarer Markt zweimal die Woche mit seinen Tee´s, Tinkturen, Ölen und vielen anderen Kräutermitteln. Meine Aufgaben werden hauptsächlich sein, für ihn die Hänge hinauf und hinunter zu wandern und die Kräuter zu sammeln und dann mit ihm in seinem „Labor“ zu trocknen, einzulegen oder anderswie zu verarbeiten.

  • Im März, vor dem Assistenzpraktikum bei Luc Hurter darf ich noch eine Woche die Heilmittel Herstellungsfirma Wala besuchen und Einblicke in die Heilpflanzengarten-Pflege und in die Herstellung der Urtinkturen bekommen.

  • Den August habe ich ein vierwöchiges Praktikum auf dem Kräuterhof Remedia in Norditalien, welcher eine eigene Produktkette und Marke verkauft, die von traditionellen Kräutermitteln über Bachblüten bis Homöopathika viele Heilmittel anbauen und herstellen.

Dies macht eine deutliche Ausrichtung auf die Praxis des vierten Semesters sichtbar. Mit dem vielen Sammeln von Kräutern ist natürlich eine botanische Schulung der Zuordnung und Erkennung von Pflanzen verbunden, die ein weiteres intensives Übungsfeld des vierten Semesters ist. Hier nehme ich an einigen Pflanzen-Exkursionen der Universität Freiburg teil.

Zu bearbeitende Literatur für den Heilkräuterbereich sind „Phytotherapie“ Ursel Bühring „Pflanzendevas“ W.D. Storl ,“Heilkräuter und Pflanzengottheiten“ W.D.Storl, und „Medizin der Erde“ Susanne Firscher-Rizzi sein ,wie auch meine Unterlagen des Phytotherapeutenkurs bei Astrid Fiebich an der Heilpraktikerschule Freiburg im letzten Semester.

Zwischen diesen Praktika schenke ich der anthroposophischen Medizin meine Aufmerksamkeit. Erstens werde ich den Studienkreis zur anthroposophischen Medizin an der Uniklinik Freiburg, den ich schon im dritten Semester besuchte, weiterführen und mich so den Organen, Körperteilen und Krankheiten aus dem anthroposophischen Krankheitsverständnis heraus nähern und widmen. Das macht deutlich ,dass trotz dem Schwerpunkt auf die Heilkräuter immer noch eine

Auseinandersetzung mit der Anatomie und Pathologie des Menschen statt findet. Hierfür hab ich auch eine wöchentliche, „unterrichtartige“ Zusammenarbeit mit der pensionierten Ärztin Dr. Kalkhof in Freiburg.

Dazu werde ich literarisch u.a. das Werk von Steiner und Ita Wegmann „Grundlagen für eine erweiterte Heilkunst“, „Innere Medizin“ von Matthias Girke, die drei Heilpflanzenkunde-Bände von Wilhelm Pelikan, und Aufsätze von Markus Sommer und Jürg Reinhard (anthroposophische Ärzte) weiter durcharbeiten.

 

Mit diesen Vornahmen sehe ich das Semester gefüllt, und beginne daher nach 3-wöchigen Semesterferien mit Vorfreude Mitte März das Semester.

Mit dem Ende des vierten Semesters ist dann auch erst mal mein Heilpflanzenstudium zu Ende. Erschöpft wäre es noch lange nicht, doch sehe ich eine erarbeitete Grundlage an Kräuterkenntnissen, die dann eine Spezialisierung verlangt.Konsequenterweise würde hier ein Medizinstudium oder eine vollständige Heilpraktiker – Ausbildung folgen.

Da ich aber für eine Heilpraktiker – Ausbildung noch deutlich zu jung bin und das Medizinstudium an eine konventionellen Universität im Moment noch unvorstellbar ist, verwirkliche ich meinen zweiten Traum und Berufswunsch; die Ausbildung zur biodynamischen Landwirtschaft. Diese beginnt im November in dem anthroposophischen Zentrum Botucatu in Südbrasilien. Warum Brasilien? Schon lange führen mich die Wege und wünsche immer knapp an Südamerika und vor allem an Brasilien vorbei und endlich sehe ich eine Möglichkeit, Reisewunsch und Berufswunsch zu verbinden.

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